Prinz-Friedrich-August-Baude

                                                                              Im Wandel der Zeiten

​Mit der Gründung des Sohlander Gebirgsvereins „Alpenveilchen“ am 21. August 1906 wurde eine zunehmende Akzeptanz der Prinz-Friedrich-August-Baude ab den Jahren 1905/06 als Ziel der wochenendlichen Erholung und Ausgestaltung des örtlichen Vereinslebens spürbar. Gründungsmitglieder des Gebirgsvereins waren der Lehrer Alfred Montag, der Textilwarenhändler August Opitz, die Gastwirte Aıthur Zosel und Max Schulze, sowie der Gastwirt und neue Eigentümer der Prinz-Friedrich-August-Baude Max Möbius.

Bis zu seiner Eingliederung in den Gebirgsverein "Sächsische Schweiz", Ende der zwanziger Jahre, war der Gebirgsverein „Alpenveilchen“ aktiv beteiligt beim Anlegen, Markieren und Kartographieren von Wanderwegen rund um die Prinz-Friedrich-August-Baude und in der Gemeinde Sohland/ Spree.

1919 erwirbt Oswald Kühn das Grundstück und betreibt fortan auch die Schankwirtschaft.

Als im Jahr 1931 sein Sohn Fritz Kühn die Geschäfte seines Vaters übernahm, zeigte sich, dass Gaststätte, Aussichtsturm und die allgemeinen Arbeitsbedingungen den wachsenen Ansprüchen und Erfordernissen des ständig zunehmenden Besucherstromes nicht mehr entsprachen.

So wurden umfangreiche Umbauten und Modernisierungen am und im gesamten Gebäude notwendig. Durch einen modernen Anbau und den zu einem späteren Zeitpunkt erfolgten Umbau des Dreigiebeldaches erhielt die Prinz-Friedrich-August-Baude ihr heutiges, einer Kirchensilhouette ähnelndes Erscheinungsbild.

Umfangreiche Unterstützung erfuhr Fritz Kühn dabei durch seinen Schwiegervater Herrn Reinhold Paulick. Mit Hilfe von ca. 50 Arbeitem, welche im Arbeitsdienst beschäftigt waren, erfolgte ein grundlegender Ausbau des heutigen Baudenweges, welcher die Möglichkeit eröffnete, die Baude auch mit motorisierten Fahrzeugen zu erreichen und zu beliefern. 

 

Einen großen Fortschritt bedeutete die Errichtung einer Wasserversorgungsanlage. 37 Jahre lang füllten die Betreiber des Objektes per Handpumpe aus 10 m Tiefe ihre Gefäße mit Wasser und trugen diese ins Haus, ehe 1937 ein neuer Brunnen bis in 18 m Tiefe getrieben und eine elektrische Pumpanlage mit Druckkessel installiert wurde.

Mit der Errichtung eines Gartenlokales und seiner kontinuierlichen Erweiterung in den nächsten Jahren auf ca. 700 Plätze legte Fritz Kühn nicht nur den Grundstein für die erfolgreichste Zeitepoche der Prinz-Friedrich-August-Baude, sondern ermöglichte zahlreichen Besuchern bei Baudenfesten, Musikkonzerten und Tanzveranstaltungen sowie Feierlichkeiten, ausgerichtet von Sohlander Vereinen, schöne, erholsame und erlebnisreiche Stunden.

lm Jahre 1943, infolge des Zweiten Weltkrieges und der Einberufung von Fritz Kühn zum Kriegsdienst, sah sich seine Frau Minna Kühn gezwungen, die Gastwirtschaft für die Öffentlichkeit zu schließen. Stattdessen bezogen ab 1944 Flüchtlinge aus den Ostgebieten und Kinder einer Wismarer Schulklasse die nun leerstehenden Beherbergungszimmer der Baude, um sich hier in der Oberlausitz zu erholen, Unterricht abzuhalten und in der Landwirtschaft den ortsansässigen Bauern zur Hand zu gehen.

 

Nach Kriegsende und der Rückkehr von Fritz Kühn aus amerikanischer Gefangenschaft stand die Familie vor einem kompletten Neuanfang. Die Schankkonzession, welche zum Führen einer gastronomischen Einrichtung und dem Handel mit Speisen und alkoholischen Getränken berechtigte, erteilte die Sowjetische Militär-Administration Deutschland und die ihr untergeordneten Behörden nur unter der Auflage, das Objekt in „Grenzbaude“ umzubenennen, da der Begriff Prinz-Friedrich-August als reaktionär und unzeitgemäß erachtet wurde.

 

1960 war ein Jahr, welches richtungsweisend für die nächsten drei Jahrzehnte wurde. Mit der altersbedingten Aufgabe der Geschäftstätigkeit durch die Eheleute Fritz und Minna Kühn und der Übernahme des Objektes durch die staatliche Handelsorganisation (HO) der DDR auf Grundlage eines Miet- und Pachtvertrages mit dem Eigentümer lag ab nun das ganze Wohl und Wehe der Grenzbaude Sohland/Spree in den Händen staatlicher und gesellschaftlicher Vereinigungen. Ebenfalls 1960 kommt es zur Schließung des Aussichtsturmes wegen Baufälligkeit.

An eine Gebäudesubstanz -erhaltung bzw. -sicherung oder gar eine Rekonstruktion war nicht zu denken. Ein ständiges Auswechseln der Wirtsleute trug mit zum Verfall der ehemals angesehenen Prinz- Friedrich-August-Baude bei. Ausnahmen in der Geschäftsführung waren die Familien Heinrich, Müller oder Becker. Erst ab Mitte der siebziger Jahre, nach dem Tod von Fritz Kühn, gelang es seinem Neffen und späteren Besitzer der „Grenzbaude“ Sohland/ Spree, Wolfgang Paulick, durch eigene manuelle und finanzielle Initiativen erste zaghafte Maßnahmen für die Erhaltung und Sicherung der Gebäudesubstanz auf den Weg zu bringen.

Wie war der Zustand der „Grenzbaude“ im Herbst 1989?

Der Parkplatz und das Gartenlokal waren nicht mehr existent, der Aussichtsturm baufällig und gesperrt, das Hauptgebäude mit defekter Außenfassade, kaputten Fenstern und Türen. Es bestand keine geordnete Abwasserentsorgung, und über die Hälfte der Räumlichkeiten konnte wegen baulicher Mängel nicht genutzt werden. Einrichtungsgegenstände des Gartens waren vollständig abhandengekommen, das Inventar der Gastwirtschaft nicht mehr oder nur zum Teil nutzbar.

Die Wirtsleute, Herr und Frau Schindler, und die Familie Wolfgang Paulick begannen sich auf die neue Situation einzustellen. Als größtes Handikap erwies sich alsbald der sehr stark zurückgegangene Besucherstrom. Dieses, damals die gesamte Gastronomiebranche der neuen Bundesländer betreffende Phänomen führte im Dezember 1991 zur Einstellung des Gastronomiebetriebes auf der Grenzbaude Sohland.

ln dieser Situation bot es sich an, richtungsweisende Konzepte und Planungen zu erarbeiten durch deren Umsetzung die Grundlagen für eine optimistische Zukunft der alten / neuen Prinz-Friedrich- August-Baude zu Sohland/Spree geschaffen werden.

Und jeder sollte es mit etwas Humor betrachten, wenn am Anfang einer neuen Geschichtsepoche des „Sohlander Turmes“ erneut eine Namensänderung steht, eben ein Schritt zurück in die Zukunft.

 

 

Zur Wiederaufnahme des Geschäftsbetriebes der Gaststätte im Frühjahr 1992 standen dann der Familie Wolfgang Paulick mit der Familie Walter Zimmer erfahrene Wirtsleute als Pächter und Geschäftsinhaber zur Seite. Noch im Jahre 1992 begannen die Rekonstruktionsarbeiten am Aussichtsturm sowie der Neubau des Parkplatzes.

Bei der Planung und Realisierung standen die Gemeinde Sohland als auch die ortsansässigen und im Gebiet beheimateten Firmen und Gewerke dem Bauherrn mit Rat und Tat zur Seite, sodass am 15. Mai 1993 der Bürgermeister, Herr Michael Harig, den nun im neuen Glanz erstrahlenden Prinz-Friedrich- August-Turm feierlich der Öffentlichkeit übergeben konnte.

Mit der kompletten Sanierung des Hauptgebäudes und der Neugestaltung des Gartenlokals folgten in den letzten Jahren weitere Investitionen zur Erhaltung und attraktiveren Neugestaltung der Prinz-Friedrich-August-Baude.

 

Seither ist die Prinz-Friedrich-August-Baude nicht nur eine gastronomische Einrichtung, sondern auch ein beliebter Treff- und Ausgangspunkt zur allgemeinen aktiven Erholung, ob Wandern, Sport oder Spiel.

Wir wünschen Ihnen einen angenehmen Aufenthalt in der Prinz-Friedrich-August-Baude und würden uns freuen Sie als Gäste  begrüßen zu dürfen.

 

 

Ihr Prinz-Friedrich-August-Baude Betreiberteam

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Prinz-Friedrich-August-Baude

Baudenweg 4

02689 Sohland an der Spree

Freitag -Sonntag  geöffnet 11:30  bis ca. 21:00 

vorerst Montag - Donnerstag     Ruhetag

an Sonn -    &   Feiertagen  geöffnet

Telefon : +49 (0) 35936 / 159 999

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